16.11. - 20.11.2026
Mainz

Best Western Hotel Mainz
Wallstraße 56
55122 Mainz

4.250,- € zzgl. USt
Download Infoblatt
Download Kurs­begleitbuch
Freie Plätze: 10
  Anmelden

Schutz Kritischer Infrastrukturen gemäß KRITIS-Dachgesetz: In einer Woche zur professionellen Handlungsfähigkeit – auf Wunsch mit IHK-Zertifikat

 

Die Bedrohungslage verändert sich mit hoher Dynamik. Klimawandel, geopolitische Spannungen, technologische Abhängigkeiten und wirtschaftliche Verwerfungen wirken nicht isoliert, sondern verstärken sich gegenseitig. Cyberangriffe, Sabotage, hybride Einflussnahme, Naturkatastrophen oder Versorgungsengpässe treten zunehmend parallel auf und entfalten ihre Wirkung in komplexen Kaskaden. Das zwingt Unternehmen und Behörden dazu, sich grundlegend neu aufzustellen, um ihre Wettbewerbs- und Handlungsfähigkeit zu sichern.

Gleichzeitig verschärfen die rechtlichen Rahmenbedingungen spürbar den Handlungsdruck. Das kürzlich verabschiedete KRITIS-Dachgesetz (KRITISDachG), NIS-2 sowie das Zivilschutz- und Katastrophenhilfegesetz (ZSKG) nehmen Behörden, Unternehmen und Betriebe unmittelbar in die Pflicht, einen wirksamen Schutz Kritischer Infrastrukturen zu etablieren.

Angesichts eskalierender hybrider Bedrohungen reicht es nicht aus, gesetzliche Vorgaben lediglich als lästige Compliance-Pflicht zu begreifen. Vielmehr geht Resilienz weit über die reine Schadens- oder Bußgeldprävention hinaus: Für Unternehmen schafft sie strategische Wettbewerbsvorteile und für Behörden bildet sie das Fundament des gesellschaftlichen Vertrauens in die staatliche Handlungsfähigkeit.

 

Der Resilienzmanager – Strategische Schnittstelle einer schlagkräftigen Sicherheitsvorsorge

 

Die von der IHK Akademie München und Oberbayern zertifizierte Weiterbildung zum Resilienzmanager KRITIS befähigt Fach- und Führungskräfte aus Unternehmen und Behörden, ihre Organisation widerstandsfähig gegen hybride Bedrohungslagen aufzustellen, gesetzliche Vorgaben organisatorisch umzusetzen und die Handlungsfähigkeit dauerhaft zu sichern.

Struktur schafft Resilienz – und Resilienz schafft Sicherheit. Um diesen organisatorischen Aufbau systematisch zu steuern, braucht es eine klare operative und strategische Verantwortung. Als zentrale Klammer integriert der Resilienzmanager die verschiedenen Disziplinen zu einer leistungsfähigen Gesamtstruktur über alle wesentlichen Handlungsfelder hinweg:

  • Corporate Security
  • HSE (Health, Safety & Environment)
  • Schutz Kritischer Infrastrukturen (KRITIS)
  • Resiliente Lieferketten / Wettbewerbsfähigkeit als Dienstleister bzw. Zulieferer
  • Cybersicherheit
  • Regulatorik & Compliance
  • Wirtschaftsschutz & Behördenselbstschutz
  • Business-Continuity-Management (BCM)
  • Krisenmanagement / Krisenstab
  • Interne und externe Risiko- und Krisenkommunikation
  • Selbstschutz & Zivile Verteidigung
     

Zielgruppen

 

  • Wirtschaft: Die Weiterbildung richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus allen Disziplinen der Sicherheitsvorsorge – darunter Betreiber Kritischer Infrastrukturen, KRITIS- und Sicherheitsbeauftragte, Corporate Security-, Risiko- und BCM-Manager, HSE- und IT-Sicherheitsverantwortliche sowie externe Sicherheitsdienstleister, Werkschutzunternehmen und Zulieferer, die sich für die Anforderungen aus NIS-2 und dem KRITISDachG rüsten müssen. Angesprochen sind Fach- und Führungskräfte, die ihre Organisation vor kaskadenartigen Ausfällen schützen, die persönliche Geschäftsführerhaftung minimieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit über eine ganzheitliche Sicherheitsstruktur stärken wollen.

 

  • Behörden & Verwaltung: Das Angebot adressiert Fach- und Führungskräfte aus Katastrophenschutz-, Ordnungs-, Verkehrs- und Sicherheitsbehörden sowie kommunalen Verwaltungen. Die Teilnehmenden erlangen das Rüstzeug, um neue Gesetzesvorgaben organisatorisch umzusetzen, eine handlungsfähige Schnittstelle zur Wirtschaft zu etablieren und die zivile Verteidigungsfähigkeit sowie die staatliche Handlungsfähigkeit ganzheitlich zu sichern.

 

Nachhaltige Unterstützung durch die Community of Practice

 

Die Stärke des Lehrgangs liegt in der dauerhaften Vernetzung von Behörden und Wirtschaft. Allen Absolventen des Lehrgangs steht hierzu die virtuelle Community of Practice „Schutz KRITIS“ kostenfrei offen. In diesem Rahmen informieren die Dozenten kontinuierlich über wesentliche regulatorische Neuerungen und moderieren den fachlichen Austausch von Best-Practice-Ansätzen aus den Behörden, Organisationen und Unternehmen der Teilnehmenden.

 

Ausbildungsinhalte:


Modul 1: Strategische Rahmenbedingungen und Risikoanalyse

  • Vulnerabilität Kritischer Infrastrukturen
  • Veränderung der Gefährdungslage im Zuge der Strukturbrüche Klimawandel, Zinswende und Zeitenwende
  • Hybride Bedrohung und New Generation Warfare (NGW)
  • Neuordnung der nationalen Sicherheitsarchitektur
  • Supply-Chain-Management vor dem Hintergrund einer VUCA-Welt
  • Stärkung der Resilienz von Lieferketten
  • Resilienz-Management als strategische Klammer einer ganzheitlichen Sicherheitsvorsorge
  • Rechtliche Regelungen zum Schutz Kritischer Infrastrukturen
    • NIS-2-Richtlinie und NIS2UmsuCG
    • CER-Richtlinie und KRITISDachG
  • Resilienz – Bedeutungen eines Schlüsselbegriffs
  • Grundlagen des Risiko- und Krisenmanagements
  • Risikoanalyse im All-Gefahren-Ansatz
    • Prozessanalyse
    • Kritikalitätsanalyse
    • Risikoidentifikation (Gefahrenanalyse, Vulnerabilitätsanalyse, Risikoermittlung)
  • Risikobewertung
    • Risikopriorisierung in Relevanzklassen
    • Risikoquantifizierung (Risikomaße, Risikoaggregation, Umgang mit Parameterunsicherheit)
    • Darstellung in Risikomatrizes
  • Durchführung von Risikoanalyse und Risikobewertung anhand eines konkreten Fallbeispiels
     

Modul 2: Planung und Umsetzung von Resilienzmaßnahmen

  • Der langandauernde Stromausfall als Modell-Szenario für komplexe Krisen
  • Schaffung resilienter Strukturen in Unternehmen, Behörden und Organisationen durch gezielte strukturbildende Prozesse
  • Holistischer Ansatz zur Stärkung der Resilienz – das Modell der Vernetzten Sicherheit
  • Die vierdimensionale Messung von Resilienz zur fundierten Status-quo-Bestimmung
  • Die acht Handlungsfelder zur Stärkung der Resilienz
    • Risiko- und Krisenkommunikation
    • Persönliche Resilienz der Mitarbeiter
    • Notfall- und Krisenvorsorge
    • Stabilitätsanalyse von Region und Umfeld
    • Selbstschutz
    • Notbetriebsplanung
    • Krisenstabsarbeit
    • Wissensmanagement – Bereitstellung einer Best Practice
  • Definition von Resilienz-Zielen und Erarbeitung einer ganzheitlichen Resilienzstrategie
  • Modellansatz zur Steigerung staatlicher und gesamtgesellschaftlicher Resilienz
  • Organisation und Durchführung von Kickoff-Veranstaltungen zur Umsetzung von Resilienzmaßnahmen
  • Schlüsselfaktor Personal: Persönliche Resilienz der Mitarbeiter als Fundament der Einsatz- und Notbetriebsbereitschaft
  • Praktische Anwendung von Gamification im Kontext der Stärkung der Resilienz
  • Praxisworkshop „Zielgerichtete Stärkung der Resilienz“ – 1:1 umsetzbar in Unternehmen, Behörden und Organisationen
     

Modul 3: Notbetriebsplanung und Aufbau schlagkräftiger Strukturen

  • Grundlagen der Notbetriebsplanung
    • Sicherstellung der Betriebs- bzw. Einsatzbereitschaft in komplexen Krisen
    • Priorisierung von Resilienzmaßnahmen
  • Workshop: Durchführung der Notbetriebsplanung in der Praxis
  • Bausteine der Notbetriebsplanung in Unternehmen, Behörden und Organisationen
  • Der Krisenstab als zentrales Strukturelement
    • im Business Continuity Management (BCM)
    • zur Planung und Umsetzung von Resilienzmaßnahmen
    • im Risiko- und Krisenmanagement
  • Lessons identified Ahrflut 2021: Grundanforderungen an administrative Krisenstäbe – Aufstellung, Ausbildung und Arbeitsweise
  • Rechtssicherheit im Handlungsfeld Krisenstabsarbeit
  • Systematische Teamentwicklung von Krisenstäben zum Erreichen der Performing-Phase
  • Fundierte Krisenstabsausbildung auf der Grundlage moderner Didaktik
  • Praxisteil: Durchführung der Krisensimulation „Neustart“ (Szenario Blackout)
  • Einsatzmöglichkeiten und methodischer Nutzen der Krisensimulation
    • in der internen Risikokommunikation
    • im Teambuilding für Krisenstäbe
    • in der Krisenstabsausbildung 
       

Modul 4: Zielgerichtetes Krisenmanagement durch strukturierte Stabsarbeit

  • Rechtliche und organisatorische Grundlagen: Übergang vom Regelbetrieb in die Besondere Aufbauorganisation (BAO) bzw. den Krisenbetrieb
  • Stufen des Notfall- und Krisenmanagements
  • Führungssysteme im Krisenmanagement: Besondere Aufbauorganisation (BAO) und Corporate Crisis Governance
  • Strukturelle Funktionsarchitektur: Strategische Letztverantwortung, administrativer Krisenstab und operative Einsatzorganisation
  • Stabsmodelle im Vergleich: Krisenstab versus Führungsstab
  • Kernauftrag administrativer Krisenstäbe
    • Abgrenzung zu Führungsstäben und Einsatzleitungen
    • Konsequenzen für Aufbau- und Ablauforganisation
  • Struktur von Krisenstäben
    • Krisenstäbe in Behörden & Kommunen
    • Krisenstäbe in Unternehmen
  • Vernetztes Krisenmanagement von Unternehmen und Behörden – Schnittstellen der Zusammenarbeit
  • Stabsfunktionen und deren Aufgabenbereiche
  • Führungsprozess für Krisenstäbe in Behörden, Unternehmen und Organisationen
    • Lagefeststellung
    • Strukturierte Entscheidungsfindung
    • Planung
    • Auftragserteilung
    • Kontrolle
  • Kritische Beurteilung der Eignung von FORDEC im betrieblichen Krisenmanagement
  • Erarbeitung von Zeitvorteilen durch strukturierte Entscheidungsfindung
    • Problemidentifizierung und Priorisierung gemäß Schutzzielhierarchie
    • Lagebeurteilung
    • Entwicklung von Handlungsoptionen
    • Abwägen der Handlungsoptionen
    • Entschluss
  • Ablauforganisation – Durchführung von Lagebesprechungen
    • Lagevortrag
    • Problemidentifizierung und -priorisierung
    • Feststellung des aktuellen Entscheidungsbedarfs
    • Sofortentscheidungen (bei offenkundigen Sachverhalten)
    • Strukturierte Problembetrachtung (bei komplexen Sachverhalten)
    • Lagevortrag zur Entscheidung (bei Vorliegen definierter Kriterien)
    • Entschlussfassung und Auftragserteilung
  • Praxistraining zur Steigerung der Fach- und Methodenkompetenz
    • Einsatz der Krisensimulation „Neustart“ zum Training von Krisenstäben
    • Moderation von Lagebesprechungen
    • Initiale Problemidentifizierung und -priorisierung
    • Strukturierte Problembetrachtung nach Lageeinspielung
       

Modul 5: Risiko- und Krisenkommunikation

  • Abgrenzung von Risiko- und Krisenkommunikation
  • Unabdingbare kommunikative Voraussetzungen zur Schaffung resilienter Organisationseinheiten (Resilienz-Stufenmodell)
  • Grundsätze der Risikokommunikation
  • Der 8-stufige Prozess der strategischen Risikokommunikation
    • Situationsanalyse
    • Festlegung von Kommunikationszielen
    • Identifizierung von Zielgruppen
    • Formulierung von Kern- und Nebenbotschaften
    • Kommunikationsinstrumente
    • Priorisierung und Planung von Einzelmaßnahmen
    • Bildung und Durchführung von Maßnahmenbündeln
    • Evaluation
  • Analytische Fallstudien
    • Ursachenanalyse fehlgeschlagener Risikokommunikationskampagnen
    • Die Anatomie erfolgreicher Risikokommunikationskampagnen
  • Workshop zur Entwicklung einer internen oder externen Risikokommunikationsstrategie
  • Grundprinzipien der Krisenkommunikation
  • Erfolgreiche Krisenkommunikation in der betrieblichen und behördlichen Praxis
     

Nach Absolvierung aller 5 Module haben Sie die Möglichkeit, am letzten Seminartag die schriftliche Abschlussprüfung abzulegen. Bei erfolgreichem Bestehen erhalten Sie anstelle einer Teilnahmebescheinigung das offizielle Zertifikat zum „Resilienzmanager KRITIS (IfVS)“. Darauf aufbauend besteht die Option, die praktische Prüfung zum „Resilienzmanager KRITIS (IHK)“ abzulegen.

 

Dozententeam

 

Frau Dr. rer. nat. Sandra Kreitner

Diplom-Chemikerin, promovierte Biophysikerin sowie Notfall- und Krisenmanagerin (IHK). Sie leitet das Institut für Vernetzte Sicherheit (IfVS), ist Präsidentin der Bundesinitiative Vernetzte Gefahrenabwehr e.V. (BIVG) sowie Vizepräsidentin der Gesellschaft für Krisenvorsorge (GfKV). Neben ihrer Tätigkeit als Unternehmensberaterin für Resilienz, Referentin und Moderatorin wirkt sie als Gastdozentin an der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung (BABZ). Sie verfügt über langjährige Erfahrung in der Krisenvorsorge und der Stärkung organisationaler Resilienz, insbesondere im Bereich KRITIS. Zudem ist sie Initiatorin der Kampagne „Schritt für Schritt krisenfit“ des Bayerischen Verbandes für Sicherheit in der Wirtschaft. Im Zweitstudium absolviert sie den Master of Disaster Management and Risk Governance (KaVoMa, Universität Bonn / BBK, 19. Jahrgang).

 

Herr Christian Haas

Diplom-Kaufmann (Univ.), BCM Resilience Manager, zertifizierter IHK-Dozent, Moderator und Business-Coach (Leadership). Er ist Präsident des Bundesverbandes für Vernetzte Sicherheit e.V. (BfVS), Dozent an der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung (BABZ) sowie als Unternehmensberater in den Bereichen Resilienz und Krisenmanagement tätig. Als Stabsoffizier mit drei Auslandseinsätzen in Stäben des nationalen Befehlshabers im Einsatzland sowie in internationalen Stäben verfügt er über langjährige militärische Führungserfahrung. Ebenso blickt er auf über 30 Jahre Führungs- und Einsatzerfahrung im Katastrophenschutz bei verschiedenen Hilfeleistungsorganisationen und in der Katastrophenhilfe zurück. Ergänzend verfügt er über mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Ausbildung von Krisen-, Führungs- und Verwaltungsstäben. Er fungiert als Botschafter für Bayern der Gesellschaft für Krisenvorsorge (GfKV). Im Zweitstudium absolviert er den Master of Disaster Management and Risk Governance (KaVoMa, Universität Bonn / BBK, 19. Jahrgang).